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Können Roboter den ROI in Lagern und Fabriken wirklich steigern?

Die Komplexität der Lagerautomatisierung entschlüsseln

Im Zuge des technologischen Fortschritts werden Roboter in der Wirtschaft immer mehr zum Thema. Können diese mechanischen Wunderwerke wirklich mit den Fähigkeiten menschlicher Arbeitskräfte mithalten? Viele, darunter auch Tech-Mogule wie Bill Gates, glauben, dass sie den Hype mit ihrem scheinbar endlosen Potenzial rechtfertigen. Und tatsächlich investieren Unternehmen immer mehr in die Automatisierung durch Roboter, um die Kosten niedrig und die Produktivität hoch zu halten. Aber ist das alles so eindeutig, wie es klingt? Um ehrlich zu sein, ist die Situation viel komplizierter.

Abwägung der Vorteile und Herausforderungen der Automatisierung

Die Anziehungskraft von Robotern für den Betrieb ist unbestreitbar, vor allem in Branchen wie Logistik und Fertigung. Allein der Gedanke an Arbeitskräfte, die keine Ruhepausen brauchen, keine Lohnforderungen stellen und rund um die Uhr eine gleichmäßige Leistung erbringen können, ist äußerst verlockend. Solche Fähigkeiten könnten den Arbeitskräftemangel beheben und dem Druck von Lieferungen am selben Tag gerecht werden. Doch die Vorstellung, dass Roboter nach ihrer Anschaffung nahtlos und ohne weitere Investitionen funktionieren, ist ein bisschen wie ein Wunschtraum. Diese automatisierten Systeme sind mit einer Reihe von versteckten Kosten und betrieblichen Herausforderungen verbunden, die die erwartete Kapitalrendite (ROI) erheblich schmälern.

Erstens benötigen Roboter, wie alle Maschinen, Strom, um zu funktionieren. Die Ausfallzeiten beim Aufladen können etwa ein Fünftel der Arbeitsstunden eines Roboters ausmachen. Rechnet man die unerwarteten Wartungen und Softwarekorrekturen hinzu, könnten unsere mechanischen Freunde eine beträchtliche Zeit lang untätig sein. Diese Inaktivität wirkt sich direkt auf die Produktivität aus und muss bei allen ROI-Berechnungen berücksichtigt werden. Und vergessen wir nicht, dass Roboter oft Seite an Seite mit ihren menschlichen Kollegen arbeiten. So kann schon eine kleine Panne bei der Lieferung oder Kommunikation Auswirkungen auf den gesamten Betrieb haben und zu Verzögerungen führen.

Die Unternehmen versuchen, diese Ausfallzeiten durch Investitionen in Ersatzroboter abzumildern. Einige erweitern ihre Roboterflotte sogar um einen stattlichen 35%. Diese Lösung an sich bringt jedoch mehr Wartung, Batteriewechsel und die Notwendigkeit von Upgrades bei Servern und Software mit sich, um diese erweiterte Belegschaft effektiv zu bedienen. Im Gegensatz zu dem, was Sie vielleicht denken, können Roboter im Leerlauf immer noch Verschleißerscheinungen wie Ölverschleiß, Staubablagerungen auf den Sensoren und entladene Batterien aufweisen. Diese Kosten, die oft übersehen werden, sollten zu den anfänglichen ROI-Schätzungen hinzugerechnet werden.

Und dann ist da noch die alles entscheidende Frage des Platzes. Roboter benötigen Ladestationen, die pro Ladestation etwa 10 Quadratmeter einnehmen können. In weitläufigen, ländlichen Lagern mag es in Ordnung sein, diesen Platz zu verlieren, aber in Gebieten, in denen der Platz knapp ist, zählt jeder Zentimeter. Der kostbare Platz könnte sonst für alltägliche Aufgaben wie die Lagerung von Inventar oder den Transport von Waren genutzt werden, was zu Verschwendung und erhöhtem Transportbedarf führt.

Doch trotz all dieser Herausforderungen lässt sich die Automatisierung nicht aufhalten. Die Unternehmen investieren nach wie vor kräftig, angetrieben durch den Arbeitskräftemangel und die wachsenden Ansprüche der Verbraucher. Daher muss sich der Schwerpunkt jetzt von der bloßen Einführung der Automatisierung auf ein intelligentes Management ihrer versteckten Kosten verlagern. Technologien wie KI-gesteuerte Systeme sind auf dem Vormarsch und bieten Lösungen zur Reduzierung von Staus und zur Optimierung der Roboterkoordination. Innovationen bei den Ladelösungen könnten auch die Ausfallzeiten und den Bedarf an mehr Ersatzgeräten verringern.

Schlussfolgerung: Die Automatisierung annehmen, auf die Realität vorbereitet sein

Und das Fazit? Roboter könnten in der Tat Lagerhäuser und Fabriken verändern, aber eine solide Kapitalrendite ergibt sich nicht von selbst. Eine erfolgreiche Umstellung auf Roboterautomation hängt von einem umfassenden Verständnis und Management aller damit verbundenen Kosten ab. Durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen und eine sorgfältige Planung kann die Automatisierung einen erheblichen Wachstumssprung bewirken. Unternehmen müssen jedoch vorsichtig vorgehen und bereit sein, sich anzupassen und entsprechend zu investieren, um mit der Automatisierung echte Effizienz zu erzielen.

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