AutomatisierungNachrichten

Die Zukunft der Arbeit gestalten: Artem Sokolovs Vision für die humanoide Robotik

Artem Sokolov, der Gründer von Humanoid, einem Robotik-Startup mit Sitz im Vereinigten Königreich, ist bestrebt, unsere Vorstellung von Arbeit durch Robotik neu zu definieren. Sokolov, der das Schmuckgeschäft seiner Familie zu einem Milliardenwert geführt hat, konzentriert sich nun auf ein neues, innovatives Projekt. Seine neue Aufgabe? Die Entwicklung von humanoiden Robotern, die den Menschen von monotonen, körperlich anstrengenden Aufgaben entlasten.

Warum also die Betonung auf humanoiden Robotern? Während es eine anhaltende Debatte darüber gibt, ob Industrieroboter effizienter sind, glaubt Sokolov fest an die unübertroffene Vielseitigkeit der menschlichen Gestalt. Sein Argument ist einfach, aber überzeugend: Unser industrielles Umfeld ist auf menschliche Dimensionen zugeschnitten. Anstatt also die gesamte Infrastruktur umzustrukturieren, können sich humanoide Roboter nahtlos in unsere bestehenden Umgebungen integrieren. Genau wie wir können diese Roboter verschiedene Aufgaben übernehmen und sich dabei weiterentwickeln, indem sie lernen und sich an neue Herausforderungen anpassen.

Wie jedes innovative Unternehmen steht auch Sokolovs Startup Humanoid in starker Konkurrenz zu Branchenriesen wie Tesla und Agility Robotics. Humanoid hebt sich jedoch dadurch ab, dass sein Hauptaugenmerk auf der Praktikabilität liegt. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Roboter mit einem eindeutigen Zweck zu entwickeln - Arbeit und nicht Unterhaltung. Obwohl das Unternehmen erst im Jahr 2024 gegründet wurde, führt es bereits nach einem Jahr kommerzielle Tests durch und konzentriert sich dabei auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit mit Anwendungsfällen vor allem in der Logistik und Fertigung.

Das Herzstück der Roboterkreationen von Humanoid ist ein einzigartiger KI-Stack, der auf Vision-Language-Action-Modellen (VLA) basiert. Anstatt ihr Design nur auf grundlegende Modelle zu stützen, baut das Team von Humanoid seine eigenen Anwendungsschichten auf, die es den Robotern ermöglichen, ihre Umgebung wahrzunehmen, zu verstehen und intelligent zu handeln.

Darüber hinaus sind ethische Bedenken ein wesentlicher Bestandteil der Reise von Humanoid. Mit Fragen, die vom Datenschutz bis hin zur Autonomie reichen, erkundet das Team Neuland und stellt die Weichen. Wie Sokolov es treffend formuliert: “Wir haben noch nie neben Robotern gelebt”. Das Unternehmen testet zunächst industrielle Anwendungen, um die Sicherheit zu gewährleisten, bevor die Roboter ihren Weg in unsere Häuser finden. Außerdem hat Humanoid durch seinen Hauptsitz in Europa Zugang zu erstklassigen Robotiktalenten und gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Das Flaggschiff unter den Robotern von Humanoid, der HMND 01, zeichnet sich durch ein modulares Design aus. Er beginnt als Version mit Rädern, was es dem Unternehmen ermöglicht, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren und die Komplexität zu reduzieren. Der Oberkörper desselben Modells kann jedoch in Zukunft auf eine zweibeinige Plattform montiert werden, was eine nahtlose Übertragung der erlernten Fähigkeiten gewährleistet. Diese Modularität bedeutet auch geringere Kosten, weniger Ausfallzeiten und Wartungsfreundlichkeit und macht die Roboter anpassungsfähig und skalierbar.

Das Gehen auf zwei Beinen mag uns einfach erscheinen, aber für Roboter ist es eine große Herausforderung. Hier setzt Humanoid mit modellprädiktiven und Ganzkörper-Steuerungssystemen an, die es dem Roboter ermöglichen, seine Bewegungen an die Umgebung anzupassen. Dabei werden maschinelles Lernen und kontinuierliche Verbesserungen des Gleichgewichts und der Beweglichkeit kombiniert, um unvorhergesehene Situationen in der realen Welt zu meistern.

Auch wenn es potenzielle gesellschaftliche Herausforderungen geben könnte, insbesondere in Bezug auf die Wahrnehmung und Regulierung, wenn humanoide Roboter immer häufiger eingesetzt werden, sieht Sokolov diese Roboter eher als Ergänzung zur menschlichen Arbeit denn als deren Ersatz. Sie werden die Lücken in der Belegschaft füllen und möglicherweise sogar den Arbeitsmarkt umgestalten, ähnlich wie es das Internet mit den digitalen Arbeitsplätzen getan hat.

Was die Kommerzialisierung und die Kostenstrategie angeht, ist Sokolov optimistisch, dass die hohen Kosten für humanoide Roboter mit der Zeit sinken werden. Er schätzt sogar, dass die Gesamtbetriebskosten erheblich sinken könnten, so dass humanoide Automatisierung in zahlreichen Industrieländern billiger wäre als menschliche Arbeit.

Humanoid ist auf dem besten Weg, noch in diesem Jahr seine Alpha-Modelle mit Rädern und Zweibeinern vorzustellen. Diese Modelle werden die fortschrittlichen KI-Fähigkeiten und das modulare Design des Unternehmens demonstrieren. Außerdem sind Pilotprogramme in den Bereichen Logistik und Fertigung zu erwarten. Humanoid stellt derzeit viele neue Mitarbeiter ein und wirbt aktiv um Top-Talente, um seine Mission in den Büros in London, Boston und Vancouver voranzutreiben.

Um mit Sokolovs Worten zu schließen: “Wir bauen nicht einfach nur Roboter, sondern eine neue Art und Weise, wie Menschen und Maschinen zusammenarbeiten können.” Diese Aussage fasst das Wesen von Humanoid und seine Mission, die Arbeit durch Robotik zu revolutionieren, perfekt zusammen.

Wie ist Ihre Reaktion?

Aufgeregt
0
Glücklich
0
Verliebt
0
Nicht sicher
0
Dummerchen
0

Kommentare sind geschlossen.