Je weiter wir ins Jahr 2025 voranschreiten, desto unbestreitbarer wird es: Wir befinden uns mitten in unserem ganz eigenen KI-Goldrausch. Die Giganten aus dem Silicon Valley und vielversprechende Start-ups aus den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen und Fertigung wetteifern darum, sich ihren Platz auf dem zunehmend von KI geprägten Markt zu sichern. Selbst die unbekanntesten Firmen schmücken sich mit dem Logo “KI-gestützt”. Um im Geschäft zu bleiben, gab es unzählige Pressemitteilungen, Produkt-Upgrades und umbenannte Lösungen, die alle darauf abzielten, ins Rampenlicht zu rücken.
Die Frage ist, ob sie damit Erfolg haben. Zu ihrer großen Bestürzung müssen die meisten Unternehmen feststellen, dass sie trotz des KI-Rummels und der verzweifelten Versuche, auf der Welle der generativen KI, des maschinellen Lernens und der großen Sprachmodelle mitzureiten, Mühe haben, in den Medien nennenswerte Aufmerksamkeit zu erlangen. Sie versuchen, den Lärm zu übertönen, um dann in der Kakophonie nur noch ein Flüstern zu sein.
‘KI-Sättigung’ – Ein klassischer Fall oder einfach zu viel, zu früh?
Zeitschriften und Boulevardblätter haben sicherlich keinen Mangel an Nachrichten, wenn es um KI geht. Es ist wohl das angesagteste Thema im Technologiejournalismus. Das Problem liegt jedoch nicht darin, die Aufmerksamkeit zu lenken. Vielmehr ist es die unaufhaltsame Flut an Inhalten. Mit Schlagworten gespickte Pressemitteilungen und kaum verhüllte Marketingkampagnen ersticken die Journalisten und vereiteln ihre Versuche, die wirklich bahnbrechenden Entwicklungen von den überhypten Neuauflagen zu unterscheiden.
In diesem Meer von Ankündigungen und Entdeckungen versucht jedes Unternehmen, auf den KI-Zug aufzuspringen, oft mit nicht mehr als einem rudimentären Chatbot oder einer Einbindung eines Dritten. In einem solchen Szenario ist es immer schwieriger, den Schleier der Unklarheit zu durchdringen. Hinzu kommt ein Medienumfeld, das uneinheitlicher denn je ist, da Nachrichten über traditionelle Quellen, Nischen-Newsletter, Podcasts und sogar TikTok-Erklärer verbreitet werden. KI ist der herrschende Monarch über das gesamte Spektrum, doch diese Überfülle an ähnlich klingenden Geschichten führt zu einem eintönigen Umfeld.
Größere Namen setzen sich durch
Große Namen wie OpenAI, Microsoft, Google und Meta dominieren weiterhin den Markt. Diese Tech-Giganten verfügen nicht nur über den doppelten Vorteil von Markenbekanntheit und kolossalen F&E-Mitteln, sondern sorgen auch für spannende Ankündigungen. OpenAI hat kürzlich unter der Führung von SoftBank Investitionen in Höhe von $40 Milliarden eingeworben. Alphabet investiert in diesem Jahr $75 Milliarden in die KI-Infrastruktur, und Microsoft hat seit 2019 mehr als $13 Milliarden in OpenAI investiert. Solche Geschichten rücken natürlich in den Vordergrund, da sie verschiedene Dimensionen, Geld und Dynamik miteinander verbinden.
Skepsis und der Hype-Zyklus
Die Medien sind misstrauisch geworden; die frühere Faszination ist einer skeptischeren Haltung gewichen. Reporter wollen wissen, ob ein Unternehmen eigene KI-Modelle entwickelt hat oder lediglich bestehende Tools neu verpackt. Sie verlangen konkrete Beweise – Kapitalrendite, Leistungsstatistiken und Auswirkungen in der realen Welt. Abgedroschene Behauptungen sind nicht mehr akzeptabel. Journalisten verlangen Einzelheiten. Sie wollen wissen, wie es funktioniert, welche Ergebnisse es erzielt hat und ob es eine unabhängige Bestätigung gibt. Ohne diese fundierten Antworten stoßen die meisten Präsentationen auf eisiges Schweigen oder eine höfliche Absage.
Das haben wir schon einmal erlebt. Der Gartner-Hype-Zyklus veranschaulicht, wie himmelhohe Erwartungen unweigerlich zu Enttäuschung führen. Die KI befindet sich derzeit im Spannungsfeld zwischen diesen Phasen. Unternehmen, die zu viel versprechen und zu wenig liefern, riskieren völlige Vernachlässigung oder – schlimmer noch – öffentliche Kritik.
Begriffe wie “revolutionär” und “bahnbrechend” verlieren an Wirkung. Was heute zählt, ist allein die Glaubwürdigkeit. Können Sie Ihre Behauptungen untermauern? Können Sie echte, messbare Ergebnisse vorweisen? Wenn nicht, wird Ihr Beitrag wahrscheinlich nicht veröffentlicht.
Waten durch die AI-Menge
Für kleinere KI-Anbieter erfordert die Durchsetzung eine klügere Taktik. Mit allgemeinen Behauptungen kommt man nicht weiter. Eine spezifische Nische mit offensichtlichen Problemlösungsleistungen, die durch Daten untermauert werden, ist viel wirkungsvoller. Medienfachleute suchen nach Zertifizierungen, nicht nach übertriebenen Behauptungen.
Bei der Berichterstattung geht es jedoch nicht nur um ungeschickte Verkaufsgespräche. Was zählt, sind langfristige Beziehungen. Geben Sie Journalisten frühzeitig Zugang zu neuen Funktionen. Verweisen Sie sie auf Ihre technischen Anleitungen. Liefern Sie Einblicke, die ihnen helfen, nicht nur die Funktionalität des Produkts, sondern auch dessen Bedeutung zu verstehen. Machen Sie sich mit dem Rhythmus der von Ihnen angesprochenen Medien vertraut und passen Sie Ihren Kommunikationsstil entsprechend an.
Weg vom Hype, hin zur Substanz
Im anhaltenden KI-Goldrausch ist Aufmerksamkeit ein rares Gut. Rufe werden übertönt, aber diejenigen, die einen echten Mehrwert bieten, werden gehört. Nicht Rhetorik, sondern Ergebnisse werden KI-Unternehmen in der modernen Medienlandschaft zum Erfolg führen. Seien Sie konkret, seien Sie glaubwürdig, und seien Sie bereit, Ihre Wirkung zu beweisen. In einer Welt, die im KI-Rauschen untergeht, ist Substanz Ihr bestes Signal.
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