MIT-Professor Dimitris Bertsimas: Die Welt verändern durch Operations Research und AI

Mit dem Ziel, internationale Geschäftspraktiken zu verbessern, den Krankenhausbetrieb zu optimieren und Landwirte zu unterstützen, hat Dimitris Bertsimas, Professor am MIT (SM ’87, PhD ’88, Operations Research), weltweit bedeutende Verbesserungen angestoßen. Sein tiefgreifender Einfluss wurde am Donnerstag, dem 19. März, im Rahmen der 54. jährlichen James-R.-Killian-Vorlesung zum Faculty Achievement Award am MIT hervorgehoben.

In seiner über vier Jahrzehnte andauernden Karriere am Institut hat Bertsimas künstliche Intelligenz in seine wissenschaftlichen Projekte und in den breiteren Rahmen der MIT Open Learning-Initiative eingebunden, die er derzeit leitet. Dieses Engagement zählt zu seinen bedeutenden Leistungen, für die ihm der Killian Award verliehen wurde, die höchste Auszeichnung für MIT-Dozenten.

Positive Wirkung erzielen

Bertsimas hat am MIT zahlreiche Funktionen inne: Er ist Vizeprovost für offenes Lernen, stellvertretender Dekan für Online-Bildung und künstliche Intelligenz, Inhaber des „Boeing Leaders for Global Operations“-Lehrstuhls für Management sowie Professor für Operations Research an der MIT Sloan School of Management. Seine Mission? Die Lebensbedingungen der Menschen durch die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten seiner Arbeit zu verbessern.

Das Konzept der “robusten Optimierung”, an dessen Entwicklung Bertsimas Anfang der 2000er Jahre mitwirkte, spielt in seinen Erkenntnissen eine zentrale Rolle. Es bietet einen zuverlässigen Ansatz für die Logistik, was sich beispielsweise in einer effizienteren Schifffahrt durch den Panamakanal zeigt. Er hob hervor, dass eine geringere Anzahl von Schiffen pro Tag – 45 statt 48 – eine praktikablere Lösung darstellte. Dieser Ansatz war entscheidend für die Gestaltung der Unternehmenslogistik und floss sogar in die Zuweisung von Schulbussen in Boston ein.

In seinem Vortrag verwies er auch auf die jüngste Zusammenarbeit mit Hartford HealthCare in Connecticut, wo KI-Tools für die Diagnose und andere Zwecke eingesetzt werden. Zu den bedeutenden Erfolgen zählt die Verkürzung der Krankenhausaufenthaltsdauer von 5,38 auf 4,93 Tage, wodurch jährlich über 5.000 zusätzliche Patienten aufgenommen werden können. “Das ist eine ganz andere Situation”, meinte Bertsimas.

Anerkennungen und Auszeichnungen

Der Killian-Award-Vortrag mit dem Titel “Algorithmen für das Leben: KI und Operations Research verändern das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und die Landwirtschaft” zog über 300 Mitglieder der MIT-Gemeinschaft an. Der 1971 ins Leben gerufene Preis ehrt James Killian, der als 10. Präsident des MIT und Vorsitzender der MIT Corporation fungierte. Roger Levy, Vorsitzender der MIT-Fakultät und Professor am Institut für Gehirn- und Kognitionswissenschaften, lobte Bertsimas’ wissenschaftliche Beiträge als “umfassend und bahnbrechend”.”

Nachdem 2009 beide Elternteile verstorben waren, war Bertsimas motiviert, sich mit Operations Research im Gesundheitswesen zu befassen, und hat tatsächlich dazu beigetragen, bessere operative Instrumente mit einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln. Er begann seine akademische Laufbahn an der Nationalen Technischen Universität Athen und setzte sein Studium am MIT fort, wo er später eine Professur übernahm und das Institut zu seiner langjährigen akademischen Heimat machte.

Ein ebenso begeisterter Pädagoge

Als begeisterter Lehrer ist Bertsimas sehr stolz darauf, Hauptbetreuer einer bemerkenswerten Zahl von Doktoranden zu sein – derzeit sind es 106, Tendenz steigend. “Die Betreuung meiner Doktoranden ist mit Abstand meine Lieblingsbeschäftigung. Es ist meiner Meinung nach ein Privileg, mit außergewöhnlichen jungen Menschen wie denen am MIT zusammenzuarbeiten”, erklärte er. Als interessante Anekdote erzählte er, dass sich “MIT” in seinem Vornamen wiederfinde, was seine tiefe Verbundenheit mit dem Institut unterstreiche.

Bertsimas hat sich der Demokratisierung des Zugangs zu Bildung verschrieben und möchte während seiner Amtszeit als Vizerektor für Open Learning am MIT eine Milliarde Lernende mit Online-Kursen erreichen. Außerdem arbeitet er an KI-Tools für den Online-Unterricht, beispielsweise zur Aufbereitung umfangreicher Lehrinhalte und zur Übersetzung von Online-Inhalten in verschiedene Sprachen. Diese Mission ist Teil des übergeordneten Ziels seiner Karriere, das Bertsimas treffend so formuliert: “Ich versuche, das menschliche Verständnis dafür zu vertiefen, wie die Welt funktioniert.”

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Max Krawiec

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Max Krawiec

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