Der Golf von Maine an der Nordostküste der USA ist ein Paradies für Wale, Quallen, Haie, Hummer und unzählige andere Meeresbewohner. Doch unter seiner Oberfläche vollziehen sich dramatische Veränderungen. Die Meerestemperaturen steigen hier so schnell wie fast nirgendwo sonst auf der Erde. Diese rasante Erwärmung schreibt die Regeln für alles, was in diesen Gewässern lebt, neu, und selbst Experten versuchen, mit der Veränderung Schritt zu halten.
Der Versuch, diese Veränderungen zu verstehen (und zu visualisieren), ist ein neues Projekt des MIT Sea Grant namens LOBSTgER-kurz für Lernen ozeanischer bioökologischer Systeme durch generative Darstellungen. Anstatt sich nur auf die trockene Sprache von Daten oder wissenschaftlichen Diagrammen zu verlassen, geht es bei diesem Projekt darum, die verborgene Unterwasserwelt in eindringliche Bilder zu verwandeln, die zeigen, was auf dem Spiel steht.
Theproject ist die Idee des Unterwasserfotografen und MIT-Gastkünstlers Keith Ellenbogen und des MIT-Doktoranden für Maschinenbau Andreas Mentzelopoulos. Ihr Ansatz verbindet Ellenbogens hartnäckige, gewagte Fotografie mit der neuesten generativen KI-Technologie. Was macht es einzigartig? Jedes KI-Bild hat seine Wurzeln in Ellenbogens eigenen Originalfotografien. Das Ergebnis sind nicht nur wissenschaftlich fundierte Bilder, sondern auch Kunstwerke, die die Emotionen und die Stimmung des Meereslebens an der Schwelle zum Wandel einfangen.
Die Fotografie hat schon immer die Art und Weise verändert, wie wir die natürliche Welt sehen, und LOBSTgER führt diese Tradition fort. Das Team füttert eine KI nicht einfach mit einer zufälligen Bilderflut, sondern trainiert die Modelle anhand sorgfältig kuratierter, echter Unterwasserfotos, die Ellenbogen bei eisigen und oft zermürbenden Tauchgängen vor Neuengland akribisch gesammelt hat. Mentzelopoulos wiederum verbringt endlose Stunden damit, die KI von Grund auf zu programmieren und zu trainieren. Jedes Bild, das sie produzieren, ist eine Mischung aus Kunst und Wissenschaft, realistisch genug, um zu informieren, und doch aufrüttelnd genug, um Verwunderung oder sogar Alarm auszulösen.
Ein Großteil von Ellenbogens Arbeit erfordert Geduld: zahllose Tauchgänge unter unvorhersehbaren Bedingungen, auf der Jagd nach der flüchtigen Präsenz einer Feuerqualle, eines Sonnenfisches oder dem flüchtigen Blau eines Hais. Jedes Foto erweitert den Datensatz des Projekts und gibt den KI-Modellen neuen Stoff, um neue Bilder zu generieren, die der realen Welt treu bleiben, dem Betrachter aber auch einen Blick auf Szenarien und Details ermöglichen, die die Fotografie allein manchmal nicht erfassen kann.
Im Grunde ist LOBSTgER nicht nur eine Technikdemo oder eine Galerieausstellung. Es ist eine Antwort auf einen entscheidenden Moment in der Umweltgeschichte - ein Projekt, das die meeresbiologische Suche nach Wissen mit der erzählerischen Kraft von Bildern und der Rechenkraft künstlicher Intelligenz verbindet. Der Ehrgeiz endet nicht mit dem Golf von Maine; es besteht die Hoffnung, eines Tages die LOBSTgER-Methode einzusetzen, um ganze Meeresökosysteme an die Oberfläche zu bringen, damit ein weltweites Publikum sie erleben und darüber nachdenken kann.
Da die Zukunft der Ozeane auf dem Spiel steht, erinnert LOBSTgER daran, dass es darauf ankommt, wie wir unsere Welt sehen. Dies sind nicht nur schöne Bilder, sondern ein Fenster zu Veränderungen, die uns alle betreffen könnten. Bei der Visualisierung der Unterwasserwelt geht es nicht um Nostalgie, sondern darum, das Bewusstsein zu schärfen, Bildung zu vermitteln und vielleicht sogar zum Handeln für den Naturschutz aufzurufen. Lesen Sie im Originalartikel, wie sich diese Reise entwickelt hier.
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