Nachrichten

Wenn Ihre KI Fakten erfindet: Das Unternehmensrisiko, das keine Führungskraft ignorieren kann

Die erstaunlichen Fortschritte, die generative KI-Modelle bei der Nachbildung der menschlichen Sprache gemacht haben, werden durch einen beunruhigenden Trend unterstrichen: ihre Neigung, Informationen zu erfinden - ein Zustand, der als ‘Halluzination’ bezeichnet wird. Die wirkliche Gefahr liegt nicht nur in der Tatsache, dass diese Systeme Informationen zusammenbasteln, sondern in ihrer phänomenalen Fähigkeit, dies überzeugend zu tun, und in unserer Neigung, ihr Wort als Evangelium zu nehmen.

Das systemische Risiko der KI-Halluzination beherrschen

Entscheider in Unternehmen glauben oft, dass diese KI-Modelle mit ausreichender Optimierung, dem Setzen von Grenzen und dem Einsatz von Retrieval-Augmented-Generation-Strategien (RAG) domestiziert und für den Masseneinsatz genutzt werden können. Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Branchenübergreifende Untersuchungen zeigen, dass Halluzinationen zwischen vernünftigen 0,8% und alarmierenden 88% schwanken, abhängig vom Modell und dem jeweiligen Fall, in dem es eingesetzt wurde.

Zum Beispiel eine Studie von Stanford HAI & RegLab im Legal-Tech-Sektor zeigte, dass Large Language Models (LLMs) zwischen 69% und 88% der Zeit halluzinierten, wenn sie Rechtsberatung gaben. In der akademischen Welt ist die JMIR-Studie stellte fest, dass sowohl GPT-3.5 als auch GPT-4 in mehr als 85% der Fälle Zitate vorgaukelten; Googles Bard war jedes Mal falsch. In der Finanzwelt haben KI-generierte Fehlinformationen tatsächliche Kunden dazu veranlasst, eine Umschichtung ihrer Gelder in Erwägung zu ziehen, wie in einem Bericht UK-Studie.

An diesem Punkt müssen wir erkennen, dass es um mehr geht als nur um die Behebung von Fehlern. Es geht um die Bewältigung von Risiken - in Bezug auf den Ruf, die Rechtslage und den Betrieb. Die Auswirkungen sind real und nehmen zu, sei es, dass Anwaltskanzleien Anwälten davon abraten, sich auf KI-generierte Rechtsprechung zu verlassen, oder dass das Financial Stability Board der G20 generative KI als potenziellen Katalysator für finanzielle Instabilität bezeichnet. Halluzination ist nicht nur ein seltenes Aufblitzen auf dem Radar, sondern ein tief verwurzelter Defekt. Generative KI ist keine logische Maschine - sie ist ein statistischer Spekulant. Ihre Vorhersagen beruhen auf Datenmustern, nicht auf Fakten. Selbst wenn sie plausibel erscheinen, können sie völlig illusorisch sein. Der Begriff ’Halluzinationen‘ sollte nicht nur für die haarsträubendsten Irrtümer reserviert werden, da die gesamte Ausgabe lediglich eine geschönte Vermutung ist.

Eine Vision für verantwortungsvolle KI

Um KI für Unternehmen fit zu machen, dürfen wir sie nicht als mysteriöses Wesen betrachten, sondern müssen sie als Infrastruktur sehen. Dies setzt voraus, dass wir auf Transparenz, Klarheit und Nachvollziehbarkeit bestehen. Ein KI-System, das keine klare Aufschlüsselung seiner Prozesse liefern kann, sollte nicht mit kritischen Operationen betraut werden. Die Zukunft der KI im Unternehmen neigt zu Systemen, die geprüft und zur Rechenschaft gezogen werden können.

Auch die Regulierung nimmt an Fahrt auf, wie das KI-Gesetz der EU zeigt. Risikoreiche Sektoren wie das Gesundheitswesen, die Justiz und kritische Infrastrukturen werden bald verpflichtet sein, sicherzustellen, dass ihre KI-Systeme strenge Dokumentations-, Test- und Transparenzrichtlinien einhalten. Betrachten Sie dies nicht nur als Compliance, sondern als eine Notwendigkeit.

Es gibt Hoffnung am Horizont, denn einige Unternehmen haben bereits begonnen, KI anders zu entwickeln. Anstatt Modelle mit Unmengen von Internetdaten zu füttern, die mit Verzerrungen, Fehlinformationen und Verletzungen des geistigen Eigentums belastet sind, entwickeln sie Systeme, die auf der Grundlage der zuverlässigen Inhalte eines Unternehmens Schlussfolgerungen ziehen. Solche Modelle spekulieren nicht, sie zitieren. Wenn die Antwort nicht im Quellenmaterial enthalten ist, geben sie das zu. Das Ergebnis sind deterministische und erklärbare Modelle, die in Szenarien, bei denen viel auf dem Spiel steht, wesentlich sicherer sind.

Auf dem Weg nach vorn müssen Unternehmen einen fünfstufigen Verantwortlichkeitsplan für KI umsetzen. Ermitteln Sie, wo in Ihrem Unternehmen KI eingesetzt wird und welche Entscheidungen sie beeinflusst. Gibt es eine klare Linie, die sich auf zuverlässige Quellen zurückführen lässt? Richten Sie Rollen und Prüfverfahren für die KI-Governance ein, die in die Risikoentscheidungen auf Vorstandsebene integriert werden, insbesondere wenn Ihre KI mit Kunden, Aufsichtsbehörden oder der Öffentlichkeit interagiert. Betrachten Sie Anbieter als Mitverantwortliche und verlangen Sie eine detaillierte Dokumentation, Audit-Rechte und Service-Level-Agreements (SLAs), die auf Erklärbarkeit ausgerichtet sind. Pflegen Sie in Ihren Teams Skepsis gegenüber der Annahme, dass KI unfehlbar ist. Vertrauen sollte schrittweise gewährt und nicht als gegeben vorausgesetzt werden.

Bessere, nicht größere KI-Modelle

Wenn Unternehmen um die Integration von KI wetteifern, sollte das Ziel nicht nur auf Skalierung ausgerichtet sein. Die Ziele sollten Vertrauen, Präzision und Verantwortlichkeit sein. Seriöse Modelle sind nicht nur statistisch fundiert, sondern auch durchweg zuverlässig. Vertiefen Sie dieses Thema, indem Sie den vollständigen Artikel lesen auf Unite.AI.

Wie ist Ihre Reaktion?

Aufgeregt
0
Glücklich
0
Verliebt
0
Nicht sicher
0
Dummerchen
0

Kommentare sind geschlossen.