Docusign, ein Unternehmen, das für seine digitale Unterschriftstechnologie bekannt ist, ist im Begriff, das Spiel noch einmal zu verändern. CEO Allan Thygesen teilte kürzlich mit Decoder wie das Unternehmen zu etwas viel Größerem wird. Mit rund 7.000 Mitarbeitern und einem Einfluss auf mehr als 1,8 Millionen Unternehmen weltweit will Docusign mehr als nur ein schnelles und sicheres Tool für die digitale Unterzeichnung anbieten. Das Unternehmen entwickelt sich zu einer allumfassenden Plattform für das Vertragsmanagement.
Was Thygesen von vielen anderen CEOs unterscheidet, ist, dass er nicht nur der Kapitän des Schiffes ist, sondern auch ein häufiger Passagier. Er beteiligt sich aktiv an der Nutzung der Docusign-Plattform und trägt so zu einem praxisnahen Ansatz bei, der insbesondere in einer Branche, in der es der Software oft an einer persönlichen Note fehlt, erhebliche Vorteile mit sich bringt.
Traditionell bestand das Kerngeschäft von DocuSign darin, den Prozess der Dokumentenunterzeichnung unkompliziert und kinderleicht zu gestalten. Doch nun heben sie ihre Plattform auf ein neues Niveau, indem sie sicherstellen, dass ihre Dienstleistungen den gesamten Lebenszyklus eines Vertrags abdecken – von der Erstellung über die Anpassung und Unterzeichnung bis hin zur Analyse und Verwaltung nach der Unterzeichnung. Die treibende Kraft hinter dieser umfassenden Transformation ist die neue Produktvision des Unternehmens, die treffend als „Intelligent Agreement Management“ (IAM) bezeichnet wird.
Was bedeutet eine Unterschrift für DocuSign? Sie beschränkt sich sicherlich nicht auf eine handschriftliche Markierung oder ein “X” auf einem Dokument; sie steht für zwei Dinge: Identitätsprüfung und Einwilligung. DocuSign nutzt Tools wie IP-Tracking und biometrische Identifizierung, um zu bestätigen, dass die unterzeichnende Partei tatsächlich die Person ist, für die sie sich ausgibt. Thygesen macht dies ganz deutlich und erklärt: „Selbst ein Punkt, ein angekreuztes Kästchen oder eine kursive Schrift reichen aus, solange die Identität überprüft wurde und die Zustimmung eindeutig ist.“
Docusign ist bestrebt, jede Falte im Vertragsverfahren mit fortschrittlichen Automatisierungswerkzeugen zu glätten. Diese Werkzeuge ermöglichen die Massenanpassung von Vorlagen, die Anwendung relevanter rechtlicher Regeln und die Beschleunigung interner Genehmigungen, wodurch der Prozess effizienter denn je wird.
Der wohl ehrgeizigste Aspekt der Transformation von Docusign ist der Einsatz von KI zur Zusammenfassung und Auslegung von Verträgen. Zwar sind menschliche Juristen unersetzlich, doch kann KI ein nützlicher Helfer sein. Wie Thygesen betont, fügen Unternehmen bereits jetzt Vertragsvereinbarungen in KI-Programme ein, wodurch sich der Ansatz von Docusign als zuverlässigere Methode zur Gewinnung wichtiger Erkenntnisse erweist.
Natürlich wirft der Einsatz von KI für die Verwaltung von Rechtsdokumenten unweigerlich Fragen zur Verantwortlichkeit auf. Docusign zieht eine klare Linie, indem es sein KI-System als Assistent und nicht als Autorität einsetzt. Das Unternehmen implementiert eindeutige Haftungsausschlüsse und bietet Benutzerschulungen an, um sicherzustellen, dass die Benutzer wissen, wann sie einen menschlichen Anwalt konsultieren müssen.
Als Thygesen vor drei Jahren zu Docusign kam, traf er auf einen Konzern, der stark vertriebsorientiert war. Er richtete den Fokus des Unternehmens daraufhin stärker auf Produktinnovation, die Stärkung der Kundenbindung und die Optimierung des Angebots auf mobilen Plattformen aus.
Der Datenvorteil von Docusign zeigt sich darin, dass die KI-Modelle des Unternehmens Zugriff auf über 150 Millionen private und einvernehmlich geschlossene Vereinbarungen haben – ein Ausmaß, das seinesgleichen sucht. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen eine Kombination aus KI-Modellen verschiedener Quellen, um Aufgaben effizient zu erledigen.
Auf seinem weiteren Weg verfolgt Docusign ein klares Ziel: das allgemeine Problem im Zusammenhang mit Verträgen zu lösen, indem die Erstellung, das Verständnis und die Verwaltung von Verträgen vereinfacht werden. Dank des Einsatzes von KI, der Automatisierung von Arbeitsabläufen und eines enormen Datenvorteils ist Docusign zweifellos auf dem besten Weg, eine führende Rolle im Bereich des Vertragsmanagements einzunehmen.
Lesen Sie das Originalinterview unter The Verge.
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